King Ralf

Antworten
coach
Beiträge: 114
Registriert: Di 19. Nov 2019, 14:18
Kontaktdaten:

King Ralf

Beitrag von coach »

Will Rangnick wieder das 4-2-2-2 - und passt das überhaupt?

Die herausstechenden Kernkompetenzen des Rangnick-Fußballs sind klar: Aktivität, Aggressivität, Laufbereitschaft, ständiger Balldruck, Direktheit in allen Spielphasen. Druckvolles Pressing und aggressives Gegenpressing sind die Eckpfeiler im Spiel gegen den Ball. Größtmögliche Tiefe, schnelle Umschaltmomente, Vertikalität um jeden Preis dominieren den eigenen Ballbesitz. Dazwischen gibt es natürlich auch genug Nuancen, Rangnick nun nur auf hektischen Rumpelfußball kleinzureden, wäre falsch.

Aber wie die bisher eher dröge United-Spielidee mit der von Rangnick zu vereinbaren ist: Das wird die größte aller Herausforderungen für den neuen Trainer. Vorgänger Solskjaer ließ in der Regel mit Viererkette, zwei Sechsern, einem Zehner davor und nur einem echten Angreifer spielen. Gegen Crystal Palace schickte er seine Mannschaft nach nur wenigen Stunden gemeinsamen Trainings in einer 4-4-2-Grundordnung mit flachem Mittelfeldzentrum aufs Feld. Das klassischste aller englischen Systeme - für den Übergang, bis Rangnick seine Ideen vermitteln konnte?

Viererkette und zwei Sechser zur Zentrumsicherung gehörten bisher fast immer zur Rangnick-Doktrin. Bei Red Bull "erfand" Rangnick aber die etwas gewöhnungsbedürftige Anordnung der beiden offensiveren Mittelfeldspieler. In Salzburg und in Leipzig wurde von mehreren Trainern mit der Rangnick-Idee vom 4-2-2-2 gespielt, mit zwei Zehnern hinter zwei klaren Spitzen.

Die Effekte dieser Anordnung zielen voll ab auf eine energetische Balljagd, auf die Kontrolle des Zentrums, auf hohe, intensive Anlaufphasen, auf die klassischen Überladungen auf den Flügeln und so viele Spieler wie möglich in unmittelbarer Ballnähe. Rangnick-Mannschaften lenken im Pressing nicht wie andere Teams oder verschieben geduldig, um auf einen günstigen Moment zu warten. Rangnick-Mannschaften laufen frontal an und warten nicht besonders lange oder bauen komplexe Pressing-Auslöser ein. Es genügt schon der klassische Pass vom Innen- zum Außenverteidiger, um die Maschine in Gang zu setzen.

Vor der Viererkette baut sich mit den beiden Angreifern und den vier Mittelfeldspielern ein Sechseck auf, das das Zentrum schließt und damit kontrolliert, sich immer am Ball orientiert und dann so viele Spieler wie möglich in Ballnähe bringt, sobald der Trigger ausgelöst ist. Dafür muss aber die letzte Linie auch hoch genug aufrücken, um den Zwischenraum dahinter so klein wie möglich zu halten.

Antworten

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast